Die Schäden bleiben 1000 Jahre und mehr – selbst wenn wir kein CO2 mehr freisetzen (würden)

03.Februar 2009

Die Klimaveränderungen durch unseren CO2 Ausstoss sind langfristiger Natur und zum Teil irreversibel. Diese Botschaft wurde immer wieder ausgesandt – aber wurde sie verstanden und dann auch ernst genommen? Nicht wenige verstecken sich wohl hinter Zweifeln an der Modellierung dieser langfristigen Aspekte. Die enormen Fortschritte der Klimaforschung entziehen diesen Zweifeln den Boden.

In einer soeben veröffentlichten Publikation in der Zeitschrift der Akademie der Wissenschaften der USA fasst eine Gruppe von renommierten Klimaforschern (unter Leitung von Susan Solomon) den aktuellen Stand der Forschung zu dieser Frage zusammen. Dazu wird der extreme Grenzfall angenommen, dass die Emissionen noch bis zu einem Höchstwert ansteigen und dann schlagartig völlig gestoppt werden. Fig 1 aus dieser Arbeit zeigt für verschiedene CO2-Höchstwerte, wie das CO2 anschliessend für die nächsten 1000 Jahre sinkt und wie sich die Temperatur und der Anstieg des Meeressspiegels aufgrund der thermischen Expansion des Wassers dadurch verändert.

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Die physikalischen Prozesse, die diese Verläufe bestimmen, sind inzwischen sehr gut erforscht. Durch Isotopenmessungen konnte die Geschwindigkeit der Aufnahme von atmosphärischem CO2 ins Meerwasser gemessen und so die Modellierungen überprüft werden. Dieser Prozess ist für die Abnahme der CO2 Konzentration nach Beendigung der Emissionen verantwortlich.

Trotz sinkender CO2 Konzentration bleibt jedoch die Temperaturerhöhung praktisch unverändert bestehen – und damit die dadurch verursachten Klimaschäden. Der Grund dafür ist, dass auch das Meer wärmer wird und somit weniger kühlt, wobei diese Erwärmung mit derselben Zeitkonstante erfolgt wie die Reduktion des CO2 in der Atmosphäre. Diese beiden gegenläufigen Effekte kompensieren sich in etwa.

Die Modellrechnungen enthalten natürlich wesentlich mehr Details und fussen auf einer Vielzahl wissenschaftlicher Detailarbeiten. In der Publikation von Solomon et al werden z.B. auch die Auswirkungen auf das Klima in verschiedenen Zonen der Erde beschrieben. Die Arbeit endet mit folgendem Satz: “These and other dangers pose substantial challenges to humanity and nature, with a magnitude that is directly linked to the peak level of carbon dioxide reached”. Es kommt also entscheidend darauf an, von der Kurvenschar  in Fig 1 den untersten Wert von 450 Volumenpromille CO2 nicht zu überschreiten!

Autor:

Klaus Ragaller

Artikel gespeichert unter: Klima

bisher 2 Kommentare Eigenen Kommentar schreiben

  • 1. Klimablog » CO2 Dep&hellip  |  08.Mai 2009 at 13:11

    [...] einigermassen verfolgt hat, für den ist das an sich nicht neu. Es ist eine Folge der langen Verweildauer des CO2. Dennoch macht die Betonung der Gesamtmenge die Zusammenhänge leichter verständlich. [...]

  • 2. Klimablog » Kopenha&hellip  |  30.November 2009 at 13:42

    [...] wird mit einer gewissen Verzögerung zum Teil (etwa ein Viertel nach 200 Jahren, siehe unseren früheren Beitrag) vom Meer aufgenommen. Dieses gelöste CO2 versauert das Wasser, der pH Wert sinkt. Dadurch [...]

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