CO2 Emissionen steigen 2010 auf besorgniserregende Rekordwerte: höchster Wert aller Zeiten

31.Mai 2011

In einem unserer früheren Beiträge haben wir im Oktober 2008 also vor mehr als zwei Jahren auf die steigenden CO2 Emissionen hingewiesen. Seitdem lag der Schwerpunkt auf neuen Ergebnissen der Klimaforschung, die alle in eine Richtung zielten: die Emissionen müssen schneller und weiter reduziert werden als noch beim letzten IPCC Bericht gefordert. Eine andere Gruppe von Beiträgen befasste sich mit den Alternativen zu den fossilen Energien. Die Entwicklungen dort verlaufen auch alle in eine Richtung: die Alternativen sind in schneller Fortentwicklung, die Kosten sinken, Szenarien für den Umstieg sind durchdacht und zeigen Machbarkeit und Wirtschaftlichkeit.

Unter Bezug auf die Internationale Energie Agentur berichtet jetzt der Guardian über einen alarmierenden Anstieg der CO2 Emissionen im vergangenen Jahr 2010.

Hier die wichtigsten Aussagen aus dem Bericht:

Die Treibhausgas Emissionen nahmen letztes Jahr um einen Rekordbetrag zu, der höchste Wert aller Zeiten, Hoffnungen, die globale Erwärmung auf erträgliche Werte zu begrenzen, geraten dadurch ausser Reichweite.

Dieser schockierende Anstieg bedeutet, dass das Ziel die Erwärmung auf 2 Grad zu begrenzen, das Wissenschafter als Schwelle für einen gefährlichen Klimawandel betrachten, sind laut Fatih Birol dem Chefökonom der IEA  wahrscheinlich eine “nette Utopie”. Die schwerste Rezession der letzten 80 Jahre hatte entgegen den Vorhersagen nur minimale Auswirkungen auf die Emissionen.

Letztes Jahr wurde der Rekordwert von 30.6 Gigatonnen CO2 (8.6 Gt C) in die Atmosphäre freigesetzt, hauptsächlich durch Verbrennung von fossilen Brennstoffen. Das ist ein Anstieg von 1.6 Gt  gegenüber 2009.

Vor düsteren Konsequenzen warnt Nicolas Stern, der Autor des bekannten Stern Reports. Er sagt: “Diese Zahlen zeigen dass wir auf dem business-as-usual Pfad sind. Wie das IPCC gezeigt hat, bedeutet das eine 50 % Wahrscheinlichkeit, dass die mittlere globale Temperatur bis 2100 auf mehr als 4 Grad ansteigen wird.  Das würde die Lebensbedingungen von hunderten von Millionen Menschen bedrohen und zu verbreiteter Massenmigration und zu  Konflikten führen”.

Zu grosser Sorge gibt neben der Höhe der Emissionswerte die Tatsache Anlass, dass 80 % der Kraftwerke, die 2020 in Betrieb sein werden entweder heute schon in Betrieb oder gerade im Bau sind.  Es ist sehr unwahrscheinlich, dass diese  fossilen Kraftwerke vorzeitig stillgelegt werden. Bis Mitte des Jahrhunderts sind entsprechend hohe Emissionen sozusagen vorprogrammiert.

In Skeptical Science ist soeben (am 4.6.) ein ausführlicher Bericht über diese neuen IEA Zahlen erschienen. Darin werden die Werte werden zu den verschiedenen IPCC Szenarien in Beziehung gesetzt – die unerfreuliche Schlussfolgerung daraus ist: mit diesen Emissionswerten sind wir auf dem schlimmsten Pfad mit grösster Intensität an fossiler Energie (A1FI). Das folgende Bild aus Skeptical Science zeigt den CO2 Verlauf.

Autor: Klaus Ragaller

Artikel gespeichert unter: Klima

bisher 6 Kommentare Eigenen Kommentar schreiben

  • 1. Martin Holzherr  |  15.Juni 2011 at 23:11

    Die Annahme, die CO2-Emissionen und damit das Wirtschaftswachstum nähmen in den nächsten Jahrzehnten immer nur zu, steht auf wackligen Füssen.

    Steigende Rohstoffpreise (vor allem Öl, Kohle, aber auch Metalle) und steigende Nahrungsmittelpreise deuten darauf hin, dass die Weltwirtschaft bald schon ausgebremst wird. Sollte sich zudem Erdöl zunehmend verknappen, wie von der internationalen Energieagentur vorausgesagt, könnte Wachstum in Stagnation übergehen. Das hätte weltweit vor allem negative Auswirkungen, würde aber den CO2-Ausstoss stabilisieren.

    Stellt sich eine globale Rezession ein, würde das allerdings auch die alten fossilen Energielösungen perpetuieren, denn in einer Rezession fehlt das Geld für neue Energien. Die Kohlekraftwerke würden während einer längerdauernden Rezession einfach nicht auf voller Kraft laufen, die CO2-Emissionen würden vorübergehend nicht weiter steigen, doch eine Abkehr von den fossilen Rohstoffen wäre in einer solchen Situation nicht zu erwarten.

  • 2. Klimablog » Erneuer&hellip  |  20.Juli 2011 at 17:11

    [...] Emissionen steigen ungebremst, die neuesten Erkenntnisse der Klimaforschung über die Folgen liegen am [...]

  • 3. Judith Fröhlich  |  29.September 2011 at 19:38

    welche Farbe zeigt jetzt genau den Co² Ausstoß und was bedeuten alle anderen Farben?
    Ich würde das Bild gerne für ein Projekt nutzen.

  • 4. Klaus Ragaller  |  30.September 2011 at 08:24

    @ Judith Fröhlich
    die schwarze Kurve ist der gemessene CO2 Wert. Die farbigen Kurven sind die vom IPCC im letzten Bericht untersuchten Szenarien mit verschiedenen Annahmen über die CO2 Emissionen.

  • 5. Quer Denker  |  06.November 2011 at 10:53

    CO2 ist eine wichtige Ressource für das Pflanzenwachstum, das sehr notwendig ist, um sieben Milliarden Menschen zu ernähren.  Dass CO2 zur Erderwärmung beiträgt wird von vielen Wissenschaftlern bestritten. Mit der CO2-These wird auf Kosten von Steuerzahlenden und mittelständischer Unternehmen ein großes Geschäft gemacht. Mehr Informationen finden Sie in verschiedenen Büchern wie Der Klimaschwindel von Kurt G. Blüchel oder Die Ökotyrannen von Regula Heinzelmann.

  • 6. Klaus Ragaller  |  06.November 2011 at 19:21

    An “Quer Denker”
    die Aussagen dieser Quellen lassen sich doch leicht auch von Laien falsifizieren. Mit immer mehr robusten Messdaten vielerlei Art, die alle konsistent sind und den heutigen Stand der Klimaforschung belegen. Gehen Sie doch z.B. den Klima-Kurs durch in unserem letzten Blog-Eintrag.

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