Stärkere Tagesschwankungen des Wetters als Folge der Klimaerwärmung
05.Dezember 2011
Als aufmerksamer Beobachter des Wetters hatte man den Eindruck, dass die letzten Sommer ungewöhnlich oft starke Wetteränderungen von einem Tag zum nächsten aufwiesen. Ein oder zwei Tage starker Regen, dann wieder ein heisser, sonniger Tag usw. Solchen persönlichen Eindrücken gegenüber ist natürlich Skepsis geboten, umso interessanter ist es jedoch, wenn die Ergebnisse sorgfältiger statistischer Auswertungen die Eindrücke bestätigen und eine solide Datenbasis dafür liefern.
Die Frage der kurzfristigen, hochfrequenten Schwankungen des Wetters sind das Forschungsthema des Atmosphärenforschers Medvigy an der Princeton University. In einer soeben in Science erschienenen Arbeit berichtet er über statistische Auswertungen über die Variationen des Wetters von einem Tag zum nächsten. (“Trends in daily solar radiation and precipitation coefficients of variation since 1984″, David Medvigy and Claudie Beaulieu ). Zu der Arbeit gibt es eine gute Zusammenfassung in Climateprogress. Daraus stammen die folgenden Bilder und Informationen.
Das Bild zeigt die Veränderungen der Tagesschwankungen des Niederschlags im Zeitraum von 1997 bis 2007. Grüne Zonen haben eine höhere Schwankung von Tag zu Tag.
Dieses Bild zeigt die Zunahme der Tagesschwankungen der Sonneneinstrahlung (der schwarze Balken markiert ein Gebiet ohne Messdaten).
Diese deutlichen Folgen des Klimawandels wurden von den Autoren erstmals nachgewiesen. Die Auswirkungen dieser Veränderungen sind bei weitem noch nicht verstanden. Die Autoren weisen darauf hin, dass sie einen Einfluss auf die Verteilung der Energie in der Atmosphäre haben könnten. Vor allem aber auf das Wachstum der Pflanzen wirken sich diese Tagesschwankungen negativ aus. Das wurde in einer früheren Arbeit ebenfalls von Medvigy und Kollegen nachgewiesen. Dadurch entsteht eine verstärkende Rückkopplung des CO2 Einflusses: Der Anstieg des CO2 führt zu erhöhten Tagesschwankungen und diese reduzieren die CO2 Aufnahme der Pflanzen.
Autor: Klaus Ragaller
Artikel gespeichert unter: Klima


Ihr Kommentar
Folgende HTML-Tags sind erlaubt:
<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>
Trackback diesen Artikel | Kommentare als RSS Feed abonnieren